Die Anfänge

Die Anfänge

Schon als kleiner Junge interessierte mich die Eisenbahn als Spielzeug. Meine erste Eisenbahn war eine Uhrwerkeisenbahn, bestehend aus einer schweren Lokomotive aus Metallguss mit starkem Aufziehmotor und 3 oder 4 Personenwagen, ich glaube in Spurweite “0”. Mein Vater hat die Lokomotive noch mit einer Batteriebeleuchtung ausgerüstet. Ein Gleisoval aus Blechschienen mit 2 Weichen gehörten zu der Anlage. Natürlich blieb mir nicht verborgen, dass es schon elektrische Modelleisenbahnen gab. So etwas war dann mein Traum, aber vermutlich aus Kostengründen ein zunächst unerfüllbarer. – Eines Weihnachtens, etwa 1952 war es dann soweit. Die Firma TRIX Express hatte eine Batteriebahn im angenäherten Massstab 1:90 in der Spurweite “H0” = ½ “0” als Anfängerset, bestehend aus 1 Tenderlokomotive mit 3 Kipploren, auf den Markt gebracht, die auf dem TRIX Express-Dreileitergleis betrieben wurde. Im März 1953 hatte ich den 10. Geburtstag und bekam dann meine erste “vollwertige” Lokomotive für 14 V – Gleichstrom-Betrieb mit Steuertransformator, die auf dem vorhandenen Schienenmaterial betrieben werden konnte. Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Gleissystemen war, dass auf dem 3-Leiter-Gleis zwei voneinander unabhängige Stromkreise eingerichtet werden konnten, das heisst, meine Batteriebahn und die neue “Vollbahn” konnten gleichzeitig auf ein-und-demselben Gleis unabhängig voneinander gesteuert werden. Die neue Lokomotive kostete damals 35 DM, der Steuertrafo noch einmal 35 DM. Mein Lieblingsonkel erweiterte noch an meinem Geburtstag die Anlage durch 2 Weichen zu je 14 DM und dazu eine grössere Anzahl neuer Schienen. Mein Onkel war so begeistert, dass er später ebenfalls Modelleisenbahner wurde. – Meine Anlage wuchs in den folgenden Jahren auf einer Sperrholzplatte von 1,50 x 2,00 m ständig nach Möglickeit meines Taschengeldes weiter. Den preiswertesten Güterwagen konnte man für den Gegenwert eines Rabattmarkenheftchens vom Lebensmittelladen kaufen, für 1,50 DM. Daher ging ich gerne für meine Mutter einkaufen, da ich die Rabattmarken behalten durfte. Zuletzt gab es auf der Anlage mehrere Weichen und sogar eine elektrische doppelte Kreuzungsweiche und einige elektrisch betriebene Formsignale mit Zugbeeinflussung. – Als ich 16 Jahre alt wurde, waren bereits elektische Modelleisenbahnen im Massstab 1:160 = Spur “N” auf dem Markt. Auf gleich grosser Anlagenfläche konnte man in dieser N-Grösse doppelt so viele Schienen und Modelle wie bei “H0” unterbringen, da die N-Modelle nur noch halb so gross waren. Ich entschloss mich zum Spurwechsel und sammelte fortan bis heute nur noch N-Modelle, bekam aber allerdings nie die Möglichkeit, eine neue Anlage zum Betrieb aufzubauen. Ausserdem musste ich mein geliebtes 3-Leiter-Gleissysten zugunsten des Zweileitersystems aufgeben. Vorerst war mein Hobby das Modelle-Sammeln. Mit der Zeit widmeten sich immer neue Modellbaufirmen dem Bau von N-Eisenbahmodellen mit dem gleichen Betriebssystem, so dass das Modellangebot stetig zunahm und auf den N-Gleisen aller Firmen gleichermassen eingesetzt werden konnte.